Aber der Reihe nach:
Die Ladestation kam heute per Post.
Da der Elektriker dann sowieso die Kabel in der Box befestigen muss, habe ich sie kurz geöffnet

In der Wallbox sieht man von links nach rechts:
- Das EVSE, welches die Steuersignale ans Auto sendet
- Stromversorgung für die Geräten in der Wallbox
- Sicherung für die Stromversorgung (die Wallbox wird dann mit 32 A abgesichert und diese hier ist natürlich deutlich kleiner
- Zähler
- 3phasiger Schütz, wobei nur Neutralleiter und Phase 1 angeschlossen sind
- Schütz für zwei weitere Phasen
Zudem auf der linken Seite unter all diesen Sachen noch ein Raspberrry Pi.
Die Stromkabel muss der Elektriker dann beim Zähler unten anschliessen (PE, also die Erdung natürlich oben bei diesem Klemmblock). Vom Zähler geht dann L1 (also die erste Phase) zum Sicherungsautomaten und auch zum Schütz gleich rechts neben dem Zähler. Die beiden anderen Phasen kommen auf den zweiten Schütz ganz rechts.
Das Raspberry Pi ist mit dem EVSE und dem LAN (oder WLAN) verbunden und enthält Skripte und die Weboberfläche für die Konfiguration. Das Raspberry berechnet dann, wie viel A (und wann) das Auto laden darf.
Das ESVE hat noch weitere Anschlüsse:
Mit den Infos vom Raspberry kommt dann auf dem CP das entsprechende Signal und dieses Kabel geht ebenfalls zum Auto. Wenn nun das Haus mit 40A abgesichert ist, aber auf einer Phase beispielsweise 16A schon genutzt werden, berechnet der RaspberryPi (40A-16A=24A) und gibt die Info diesem EVSE weiter. Dieser schickt nun auf dem CP das Signal am Auto, dass es nicht mit 32A laden darf, sondern nur mit 24A. Das sind dann aber immer noch rund 16'500 W, also rund 16 Haartrockner, die gleichzeitig laufen. Darüber kommuniziert auch das Auto mit der Ladestation, um so beispielsweise mitzuteilen, dass ein Stecker eingesteckt ist (sonst könnten sie ja gar nicht kommunizieren), aber auch, dass beispielsweise der Ladevorgang gestartet werden darf. Dieser darf erst starten, wenn das Fahrzeug den Stecker verriegelt hat.
Bevor nicht alles ok ist, liegt auf dem Stecker auch noch gar keine Spannung an. Daher sind die beiden Schütz, welche eben freigeschaltet werden müssen.
Zwei Schütz sind es, damit die Ladestation 3phasig (also mit allen drei vorhandenen Phasen und je 32A) laden kann, aber auch auf 1 phasig wechseln kann, damit später der Überschuss der PV-Anlage besser gesteuert werden kann. In diesem Fall würde der zweite kleine Schütz nicht freigeben und das Auto kann entsprechend nur 1phasig laden.
In den Verteiler im Keller kommt noch ein spezieller FI-Schutzschalter:
normalerweise werden im Haushalt FI Typ A verbaut. Die schalten den Strom aus, wenn irgendwo im Stromkreis Strom über sonst etwas (z.B. Mensch) abfliesst, damit es nicht gefährlich wird. Das Problem an den Typ A Schaltern ist, dass diese Gleichstrom nicht erkennen können, und wenn ich das richtig verstanden habe, sogar "erblinden" können, wenn Gleichstrom durchfliesst, und dann eben nicht mehr funktionieren. Da beim Auto die Gefahr besteht (sofern etwas kaputt ist, und die Elektronik das nicht selber merkt), dass Gleichstrom zurückfliesst, muss hier ein Typ B (allstromsensitiv) verbaut werden, der das erkennen könnte. Typ B wäre viel besser als Typ A, aber halt auch viel teurer...
Übrigens: Der Knopf auf dem FI-Schalter ist zum Testen da, damit man regelmässig prüfen kann, ob der Schalter auch funktioniert, indem ein Fehlstrom abgeleitet wird. Wenn er dann nicht auslöst, sollte man den Elektriker kontaktieren.
Dann kam mit der Ladestation nochmals ein Zähler:
Dieser wird direkt nach dem Zähler des Energieversorgers verbaut und macht das selbe wie dieser: Er misst den Strombedarf. Die Info kommt dann über das graue Kabel an dieses kleine schwarze Ding, das einen Ethernet-Anschluss hat, und mit dem LAN verbunden wird. Somit ist im LAN über einen bestimmten Port immer die Info enthalten, wie hoch der Bedarf an Strom pro Phase ist, und dann kann der Raspberry Pi eben ausrechnen, mit wie viel A das Auto geladen werden darf. So einfach.
Das defekte Teil (der zweite Schütz) wird vom Hersteller ersetzt. Er bot mir an, alles zurück zu senden, und er wechselt es dann aus, oder aber er sendet mir einen neuen Schütz und der Elektriker verbaut dann das Teil. Ich entschied mich für die zweite Variante, und muss nun nur noch am Elektriker erklären, dass ich günstige Sachen im Ausland einkaufe, und dann bei ihm reparieren lasse...
OK, das ist eine Sache von 5 Minuten, und ich glaube, er verdient gut an mir. Und es gibt ja aktuell keine Alternative auf dem Markt, die das alles kann.
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