Da einerseits der Strom hier teurer ist (Tagsüber 28.5 Rp/kWh) und andererseits die Vergütung von PV-Strom vom Anbieter lächerlich ist, ist es das Ziel, möglichst viel Strom selber zu bezahlen. Also bei schönem Wetter das Auto zu Hause lassen und mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren (oder dem Motorrad....), und die PV-Anlage das Auto aufladen lassen.
Das Problem nun:
Das Auto kann laden oder nicht laden. Im Auto kann ich höchstens noch die Ampère Zahl einstellen.
Mit einer etwas intelligenteren Ladestation kann dies vereinfacht werden. Dann kann die Ladestation jeweils den Ladestrom begrenzen, so dass das Auto nur so viel Laden kann, wie gerade von der PV-Anlage an Überschuss produziert wird.
Aber so einfach ist das eben bei kleinen PV-Anlagen nicht. Die PV-Anlage beginnt am Morgen irgendwann Strom zu liefern, liefert dann immer mehr, bis am frühen Nachmittag dann 7kW geliefert werden und nimmt dann wieder ab. Und im Winter kommt die Sonne später und geht auch wieder früher, und der Peak von 7kW wird nie erreicht.
Und hier kommt das Problem:
Die Ladestationen können mit 3 Phasen oder mit einer 1 Phase angeschlossen werden. Das muss der Elektriker dann machen. Mit 3 Phasen kann ich ca. 4 kW (bin mir nicht sicher, wie hoch der untere Wert genau ist) bis 22 kW laden. Mit einer Phase etwa 1 kW bis 3,6 kW (oder 7,2 kW aber das ist meines Wissens auf einer Phase nicht erlaubt).
Wenn der Elektriker die Ladestation mit drei Phasen anschliesst (was normal ist), kann ich den Überstrom nicht richtig ins Auto laden, da das Auto nicht unter 4 kW geht und dies ja häufig der Fall sein wird. Dafür kann ich das Auto wenn gewünscht innert rund 4 Stunden komplett vollladen (so schnell muss man aber zu Hause eigentlich nie laden).
Wenn der Elektriker die Ladestation mit einer Phase anschliesst (was sinnlos ist), kann ich zwar den Überfluss der PV Anlage direkt ins Auto laden, aber wenn ich mal etwas schneller laden will, dauert dies länger. Mit 3,6 kW würde es im Extremfall über 20 Stunden dauern...
Und als Nicht-Elektriker darf ich da nicht selber herumfingerln.
Heute sah ich aber in einer Whatsapp-Gruppe ein Herrsteller einer Ladestation, die kann per Software zwischen einer und drei Phasen wechseln. Die ganze Software dazu ist open source und somit auch für mich einsehbar, und die kann auch sonst alles.
Ich hatte kurz über Whatsapp mit dem Inhaber dieser Firma Kontakt gehabt und mir eine solche Ladestation bestellt. Zudem auch ein Zähler, der in die Verteilung kommt, damit die Software erkennen kann, wie stark meine Zuleitung schon belastet ist und allenfalls reduzieren. So kann später leichter eine PV-Anlage in Betrieb genommen werden. Dort würde man dann auch einen Zähler noch anschliessen und die Software kann anhand des Gesamtverbrauchs und der Produktion der PV-Anlage den Wert berechnen, wie viel noch übrig ist für das Laden des Autos.
Soweit alles in der Theorie. Die Geräte habe ich schon bestellt. Jetzt muss ich nur dem Elektriker noch erklären, dass ich doch alles anders will, und die Geräte nicht bei ihm kaufe. :-D
Hier noch der Link zum Hersteller:
https://openwb.de
(Einen Design-Preis wird die Ladestation nie gewinnen und auch die Software ist meilenweit von so einem Preis entfernt. Aber der Funktionsumfang ist gewaltig im Gegensatz zu anderen Anbietern von Ladestationen)
Kosten für diese Lösung (ohne Arbeit Elektriker): ca. CHF 1300.
Etwas ähnliches hat mir eine PV-Firma auch offeriert, aber für die Ansteuerung der Wärmepumpe (ohne Ladestation) für über CHF 3000. Mit einer Ladestation wäre ich dann schon auf über CHF 4000.- gewesen.

Nachtrag:
Die Wärmepumpe hat einen Kontakt "EVU". Dieser ist dafür da, dass das EW die Wärmepumpe sperren kann, damit die nicht viel Strom braucht, falls es gerade etwas eng ist im Netz und sowieso beispielsweise viele noch am Kochen sind. Da die Wärmepumpe ja nicht rund um die Uhr volle Leistung erbringen muss, ist dies ja kein Problem. Der Elektriker meinte aber (vor vielen vielen Wochen einmal), dass meine Wärmepumpe diese Sperre nicht brauchen wird, und sie häufig einfach einen Timer anschliessen, damit man beispielsweise über den Timer das so einstellen kann, dass die Wärmepumpe nur im Niedertarif arbeitet. Da ich aber sowieso eine Hausautomation habe, könne man eigentlich diesen Kontakt der Wärmepumpe direkt an die Hausautomation schliessen. Dann könnte ich ja über die Hausautomation beispielsweise einen Timer konfigurieren, da dies einfacher ist, um später mal umzustellen. Wenn man eine PV-Anlage auf dem Dach hat, möchte man vielleicht ja nicht in der Nacht den günstigen Strom nutzen, sondern tagsüber den kostenlosen Strom.
Nun zeigt sich, dass dies eigentlich eine gute Idee war: Durch die Anbindung an die Hausautomation, und die Möglichkeit einfach den aktuellen Strombedarf über den neuen Zähler auszulesen, kann später mit der PV-Anlage dies eigentlich sehr flexibel programmiert werden, so z.B.:
if
weather_next_day = wenig_sonne
then
(Wärmepumpe von 21 Uhr bis 7 Uhr im Niedertarif aktivieren)
else
(Wärmepumpe in der Nacht sperren, und am nächsten Tag aktivieren, wenn PV-Anlage über 3 kW liefert)
tja, so einfach ist das. ;-) OK, vielleicht braucht es noch ein paar Regeln mehr, damit am Morgen auch warmes Wasser bereit steht, wenn am Vortag entgegen des Wetterberichts die PV-Anlage doch nur kurz genug Strom brachte, aber das ist ein Detail.
Wobei ich mich aber frage, warum neben dem Zähler im Verteiler dennoch ein TRE ist, ich meinte, das empfängt diese Signale, um solche Verbraucher, wie die Wärmepumpe zu blockieren. Naja, ich bin Laie, keine Ahnung! Das erfahre ich dann schon einmal.
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